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Angeltechniken, Montagen und Köder

Vorfachmaterialien zum Hechtangeln

Haken und Hauptschnur müssen beim Angeln verbunden werden: Dies erledigt ein sogenanntes Vorfach, das beim Angeln auf Raubfische zugleich den Zweck erfüllt, einen Durchbiss zu verhindern. Würde sich ein solcher Durchbiss ereignen, würde der Angler den Hecht im Drill schlichtweg verlieren. Ein Vorfach ist beim Angeln auf Hecht also Pflicht. Die Nützlichkeit eines Vorfaches stellt sich aber selbst dann unter Beweis, wenn man es gar nicht auf den Hecht, sondern auf andere Fische abgesehen hat. Solange sich Hechte in einem Gewässer befinden, ist der Angler schlichtweg nicht sicher davor, dass diese auch Appetit auf einen Köder verspüren, der eigentlich gar nicht für sie gedacht war. Ist dann bei einem Anbiss eines Hechtes kein ausreichend stabiles Vorfach vorhanden, ist der Ärger groß. Stellt sich allerdings die Frage, aus welchem Material ein Vorfach gefertigt sein sollte, damit es einem Hecht Stand halten kann. Mittlerweile werden diverse Materialien bei der Herstellung von Vorfächern verwendet – nicht alle haben allerdings das Potenzial, einem so kräftigen Raubfisch, wie es der Hecht ist, Paroli zu bieten. Im Folgenden haben wir daher einige Informationen zu den gängigen Vorfachmaterialien zusammengestellt, die es dem Hechtangler erlauben sollen, das geeignete Vorfach auszuwählen.

Kevlarvorfach beim Angeln auf Hecht?

Bei Kevlar handelt es sich um eine Aramidfaser, also um eine Faser aus einem polymeren Kunststoff. Grundsätzliches Merkmal von Aramidfasern ist ihre Widerstandsfähigkeit – sogar sehr hohe Temperaturen oder gar Säuren können diesen Fasern nichts anhaben. Die Widerstandsfähigkeit, für die Aramidfasern bekannt sind, erscheint beim Angeln auf Hecht eine durchaus willkommene Eigenschaft zu sein, kann sich der Raubfisch doch eines großen Maules mit zahlreichen kräftigen Zähnen rühmen. Der Raubfisch ist allerdings mit derart wehrhaften Zähnen ausgestattet und zusätzlich auch noch ein solcher Kraftprotz, dass selbst Kevlarfasern oft klein beigeben müssen. Kevlarvorfächer wurden zwar trotz ihrer Mängel lange Zeit beim Angeln auf Hecht verwendet, heutzutage stehen aber noch strapazierfähigere Vorfächer zur Verfügung. Das Kevlarvorfach verschwindet somit zunehmend aus den Anglertaschen. Wer dennoch auf das Vorfachmaterial Kevlar schwört, tut dieses sicherlich weniger aufgrund des intensiven Schutzes, sondern eher, weil Vorfächer aus diesem Material nicht allzu kostspielig sind und sich das Material gut verarbeiten lässt.

Hardmonovorfach beim Angeln auf Hecht?

Kevlarvorfächer sind – wie oben beschrieben – nicht die beste Option, wenn es um das Angeln auf Hecht geht. Bleiben wir aber dennoch zunächst bei den Kunststoffen und prüfen, ob in diesem Bereich noch andere Materialien zu Vorfächern verarbeitet werden. Und tatsächlich: Fündig wird man in diesem Kontext etwa, wenn man an sogenannte Hardmonovorfächer denkt. Eine Schnur bestehend aus Hardmono ist im Grunde nichts anderes als eine Nylonschnur – allerdings eine Nylonschnur, deren Oberfläche auf besondere Art und Weise gehärtet wurde. Dieser kann man zwar eine hohe Widerstandsfähigkeit, die noch über diejenige von Kevlarfasern hinausgeht, attestieren sowie eine hohe Resistenz gegen Abrieb, dennoch sind Harmonovorfächer unter Hechtanglern nicht unumstritten. Die eine Partei geht hartnäckig davon aus, dass Hardmono gegen die Zähne des Hechtes machtlos ist. Die andere Partei angelt mit Hardmonovorfächern erfolgreich auf Hecht und lobt darüber hinaus, dass diese Vorfächer nahezu transparent und günstig in der Anschaffung sind. Die Wahrheit liegt in Hinblick auf die Eignung von Hardmonovorfächern für das Angeln auf Hecht sehr wahrscheinlich irgendwo in der Mitte: Hardmono verdient es sicherlich nicht, verteufelt zu werden, es gibt aber auch Vorfachmaterialien, die sehr viel besser beim Hechtangeln abschneiden können. Dies liegt unter anderem auch daran, dass Hardmonovorfächer oft geprüft und ausgetauscht werden müssen und dass diese eine derart steife Struktur aufweisen, dass eine besondere Montage notwendig ist.

Fluorocarbonvorfach beim Angeln auf Hecht?

Sowohl Hardmono als auch Flourocarbon sagt man trotz unterschiedlichem Ursprung nach, relativ transparent zu sein. Bei Hardmono gilt dieses allerdings nur eingeschränkt, bei Flourocarbon trifft diese Eigenschaft schon in einem bedeutenderen Ausmaße zu. Die Transparenz eines Vorfaches kann beim Angeln auf Hecht sehr wichtig sein: Hat man es mit einem sehr misstrauischen Vertreter seiner Art zu tun, ist es schlichtweg von Vorteil, wenn der Hecht nicht genau erkennen kann, dass Köder und Hauptschnur miteinander verbunden und somit heimtückisch sind. Solange man Fluorocarbon nicht in zu starken Durchmessern verwendet, ist das Material auch sehr gut handzuhaben. Es zeigt sich recht resistent gegen Abrieb und weist ein Gewicht auf, das zum schnellen Absinken des Köders beiträgt. Dennoch zeigen sich manche Hechtangler skeptisch gegenüber Fluorocarbonvorfächern: Auch hier wird oft vermutet, dass dieses Vorfachmaterial den Angriffen eines Hechtes nicht absolut zuverlässig standhalten kann. Wer es dennoch mit einem Fluorocarbonvorfach versuchen möchte, wählt am besten größere Durchmesser, was allerdings den Nachteil hat, dass sich das Material dann nicht mehr gut knoten lässt und auf andere Montagen ausgewichen werden muss.

Titanvorfach beim Angeln auf Hecht?

Titan – alleine dieser Name eines chemischen Elements löst unmittelbar Assoziationen aus, die sich alle im Kontext von Stärke und Widerstandskraft bewegen. Und tatsächlich: Das chemische Element hat nicht zu Unrecht den Namen eines mächtigen griechischen Göttergeschlechts erhalten und erfüllt selbst höchste Ansprüche an Festigkeit und Beständigkeit. Eine gute Basis, um dieses Material auch beim Angeln auf Hecht zu verwenden. Angeboten werden Titanvorfächer häufig in einem schwarz gefärbten Zustand. Dies macht sie unter Wasser relativ unscheinbar und sorgt somit dafür, dass auch manch ein skeptischer Hecht zum Anbiss verleitet werden kann. Titanvorfächer versprechen beste Eigenschaften beim Angeln auf Hecht, sodass es klar sein sollte, dass sich jeder Angler für dieses Vorfach einfach entscheiden muss. Ganz so einfach ist die Sache aber dann doch nicht: Leider ist das Titanvorfach nicht nur eines der besten, sondern auch das teuerste. Die Investition in ein Titanvorfach kann sich allerdings auf Dauer durchaus amortisieren: Der Angler, der ein solches Prachtstück sein Eigen nennen kann, wird es nahezu ewig benutzen können.

Stahlvorfach beim Angeln auf Hecht?

Aufgrund seiner sehr positiven Eigenschaften müsste das Titanvorfach eigentlich das meistverbreitetste Vorfach beim Angeln auf Hecht sein. Aufgrund des nicht gerade geringen Preises für dieses Vorfach nimmt die Spitzenposition aber ein Vorfach aus einem anderen Material ein: Die Rede ist hier von dem Stahlvorfach. Zudem ist anzunehmen, dass aufgrund der langen Tradition, die das Angeln mit Stahlvorfächern aufweisen kann, zahlreiche Angler einfach dem Altbewährten treu geblieben sind. Bei der Auswahl eines Stahlvorfaches sollte man unter anderem berücksichtigen, welche Angelart ausgeübt werden sowie welche Qualität und Tragkraft das Stahlvorfach aufweisen soll. Stahlvorfach ist nämlich keineswegs gleich Stahlvorfach. Um an dieser Stelle aber zu weitreichende Ausführungen zu vermeiden, sei abschließend nur Folgendes erwähnt: Selbst Hechtzähne können einem Stahlvorfach, wenn es entsprechend der jeweiligen Erfordernisse ausgewählt wurde, nichts anhaben. Dies gewährleistet in fast allen Fällen einen sicheren Drill. Angler sollten allerdings nicht dem Trugschluss erliegen, dass ein Stahlvorfach ähnlich wie ein Titanvorfach für die Ewigkeit gemacht ist. Auch wenn es der Hecht nicht schafft, das Stahlvorfach durchzubeißen, so kann er ihm doch ziemliche Beschädigungen zufügen. Der Angler sollte mit einem solchen ramponierten Stahlvorfach nicht weiterangeln, sondern ein neues montieren. Dies ist allerdings, weil Stahlvorfächer nicht allzu kostspielig sind, auch kein Beinbruch. Wer beim Angeln auf Hecht im Übrigen auf Jerkbaits setzt, kann anstatt eines Stahlvorfaches auch einmal eine Spinnstange testen. Diese kommen mit der Dynamik der Jerkbaits oft ein wenig besser zurecht als ein Stahlvorfach.