Kunstköder haben sich auch beim Angeln auf Hecht einen bedeutenden Stellenwert gesichert. Bei der Herstellung solcher Köder, die den Angler davon entbinden, echte Köderfische zu verwenden, kommen die unterschiedlichsten Materialien zum Einsatz. Nur als Beispiele können hier Kunststoffe und Metalle genannt werden.

Jeder Kunstköder verfolgt selbstverständlich das Ziel, einen Fisch – in unserem Falle den Hecht – zum Anbiss zu verleiten. Dabei können unterschiedliche Strategien zum Einsatz kommen. Auch aus diesem Grund ist die Vielfalt an unterschiedlichen Kunstködern derart groß, dass sie manch einen Neueinsteiger, der das Hobby Angeln gerade erst für sich entdeckt hat, verunsichern kann.

Im Folgenden erfahren Sie mehr über Kunstköder. In diesem Kontext werden wir auch der Frage nachgehen, warum es derzeit einen solchen Run auf diese Köder gibt.

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©Heiko Fröhlich

Woraus resultiert der Run auf Kunstköder?

Ganz enorm dazu beigetragen, dass sich Kunstköder mittlerweile einer großen Beliebtheit erfreuen, wenn es um das Angeln auf Hecht geht, hat der Wegfall einer bedeutenden Köderalternative. Die Rede ist hier von dem Einsatz lebender Köderfische beim Angeln, der verboten wurde. An dieser Stelle ist eine Lücke entstanden, welche die Kunstköder beim Angeln auf Hecht schließen können.

Zwar gab es auch vor dem Verbot, mit lebenden Köderfischen zu angeln, bereits Angler, die beim Angeln auf Hecht auf Kunstköder setzten, diese waren aber sicherlich nicht in der Mehrzahl. Viele Angler mussten sich nun also erst an die neuen Kunstköder gewöhnen und sahen sich zunächst gegenüber den Anglern, die schon längere Zeit auf Kunstköder setzten, im Nachteil.

Dies galt aber natürlich nur solange, bis auch sie sich in die speziellen Angelmethoden unter Zuhilfenahme von Kunstködern eingearbeitet haben. Heutzutage kann man getrost behaupten, dass es kaum mehr Unterschiede zwischen dem Einsatz lebender Köderfische und Kunstködern gibt.

Viele moderne Entwicklungen – auch in Hinblick auf die verwendeten Materialien und technischen Details – lassen die Kunstköder zu sehr fängigen Ködern für das Angeln auf Hecht werden.

Die kleinen Helferlein, die am Anfang eventuell noch etwas befremdlich auf den einen oder anderen Angler gewirkt haben mochten, sind heute nicht mehr aus dem Alltag eines Spinnanglers wegzudenken.

Gummiwobbler eine Kombination aus Gummifisch und Wobbler
©Heiko Fröhlich

Der Trend hin zu modernen Kunstködern hat in Hinblick auf die Fangerfolge für den Angler also wohl keine Auswirkungen. Etwas komplizierter wurde das Hobby, auf Hecht zu angeln, durch die neuen Köder aber sicherlich schon: Der Eroberungszug von Kunstködern ging damit einher, dass viele Angler neue Begriffe erlernen mussten, um auf der Höhe der Zeit zu bleiben.

War es auch schon früher schwer, dem Fachgesimpel passionierter Angler als Laie zu folgen, ist dies heute kaum noch möglich: Viele englische Begriffe sind durch die neuen Kunstköder ins Spiel gekommen und lassen quasi eine kleine Geheimsprache entstehen, die den Außenstehenden mit fragendem Blick zurücklässt.

Klassiker unter den Kunstködern

Die Vielfalt unter den Kunstködern ist, wie eingangs bereits betont, enorm. Für das Angeln auf Hecht gibt es dabei sogar solche Kunstköder, die einen anderen Hecht nachahmen und den Raubfisch somit zu einer Attacke des Köders verleiten sollen. Auch naturgetreue Nachahmungen anderer Fische sind verfügbar, um den Hecht noch mehr zu reizen.

Vergessen wird dabei allerdings viel zu oft, dass es auch sehr klassische Kunstköder gibt. Beispiele hierfür sind etwa Blinker. Auch wenn es heute sehr viele moderne Entwicklungen auf dem Kunstködermarkt gibt, spricht nichts dagegen, sich auch auf diese Klassiker wieder zurückzubesinnen, wenn man einen Hecht angeln möchte.

Im Vorteil sind dabei selbstverständlich die Angler, die seit jeher auf diese klassischen Kunstköder schwören. Sie werden bestätigt in ihrer Ansicht, dass Althergebrachtes nicht immer das Schlechteste sein muss. In Sachen Blinker eignen sich beim Angeln auf Hecht vor allem größere Modelle mit besonders guten Laufeigenschaften.

Sie können sehr universell eingesetzt werden – egal, ob man auf Hecht im tiefen oder im flachen Wasser angeln möchte.

Auch lässt sich bei der Führung von Blinkern experimentieren: Sie können entweder gleichmäßig eingeholt werden oder aber mit sanften Richtungswechseln geführt werden, um dem Hecht einen zusätzlichen Anreiz zum Anbiss zu liefern.

Wer den Blinker dabei langsam führt, kann zudem noch von seinem Glanz profitieren, der ihn für den Hecht noch interessanter macht.

Größe der Kunstköder beim Angeln auf Hecht

Großer Gummifisch für kapitale Hechte
©Heiko Fröhlich

Wer sich an das Angeln auf Hecht mit Kunstködern herantasten möchte, muss zunächst die Scheu überwinden, große Kunstköder zu verwenden. Wenn es auf Hecht geht, spielt eine ausladende Größe der Kunstköder eine besondere Rolle.

Dies gilt erst recht dann, wenn man auch wirklich einen sehr kapitalen Hecht fangen möchte, der sich auch traut, es mit diesen großzügig dimensionierten Ködern aufzunehmen.

Auch in der Natur macht der Hecht nicht Halt vor großer Beute: Er sucht sich dabei häufig Beutefische aus, die bis zu einem Drittel seiner eigenen Länge aufweisen können.

Selbstverständlich kann es auch gelingen, mit kleineren Kunstködern einen Hecht zu angeln. Die Wahrscheinlichkeit, dass es sich bei einem solchen Fang dann aber auch um einen kleineren Raubfisch handelt, ist ohne Frage gegeben.

Alle Kunstköder haben dabei gemein, dass sie durch ihre Bewegungen und ihr sonstiges Outfit den Hecht reizen und zum Anbiss verleiten sollen.